So stellst du Pflanzenkohle selbst her

Pflanzenkohle kann jede*r relativ leicht selbst herstellen. Das Prinzip ist einfach, denn Pflanzenkohle wurde bereits seit Beginn der Eisenzeit in sogenannten Kohlenmeilern hergestellt. Grundsätzlich geht es darum, Holz unter Luftabschluss auf Temperaturen weit über 450 Grad Celcius zu erhitzen.

Technik:

Um das Grundprinzip zu erfüllen, eignen sich vor allem konische Behälter – vom Loch im Boden bis zum Profi-Pyrolyseofen. Denn sie lassen kaum Sauerstoff in die unteren Schichten. Die Flamme hält ebenfalls Sauerstoff vom Holz fern, der dann nur noch über die Seiten einströmen kann. Es sollte wenig Glut (in dem Moment wieder Holz nachlegen) entstehen, damit das Holz nicht zu Asche verbrennt, sondern verkohlt wird. Je höher die Temperaturen, desto besser die Qualität der Kohle. Deswegen ist eine wärmeisolierende Doppelwand (wie bei dem Kon-Tiki im Video), sehr hilfreich.

Und so funktioniert's:

Pflanzenkohle mus kompostiert werden, bevor sie ins Beet kommt. Dieser sogenannte Pflanzenkohlekompost, ist ein hervorragendes, torffreies Substrat für alle möglichen gärtnerischen Anwendungen. Er sorgt für eine gute Belüftung, hält viel Wasser und Nährstoffe und fördert das Bodenleben. Häufig wird er in einem Verhältnis von 1:10 beigemischt, was den optimalen „Mehrwert“ schafft, was Ertragssteigerungen angeht. Er kann aber auch als alleiniges Substrat verwendet werden. Vorsicht, er enthält sehr viele Nährstoffe, deswegen nur für starkzehrende Pflanzen verwenden.

1. Pflanzenkohle durch Pyrolyse herstellen

Äste, Zweige und holzige Reste aus dem Garten werden in einer Art Feuertonne verkohlt. Die Temperaturen erreichen dabei über 450°C, sodass es zur sogenannten Pyrolyse kommt. Durch die hohen Temperaturen und weil wenig Sauerstoff ans Holz kommt, kann es nicht zu Asche verbrennen und wird zu Pflanzenkohle. Anders als bei der Verbrennung oder natürlichen Verrottung von Holz wird bei der Pyrolyse nur ein Teil des gebundenen Kohlenstoffs aus dem Holz wieder in die Atmosphäre freigesetzt. Ein Großteil bleibt als Kohle mehrere hundert Jahre gebunden.

2. Kohle 6-12 Monate im Kompost mit Nährstoffen anreichern

Die Kohle muss jetzt noch mit Nährstoffen „aufgeladen“ werden, bevor sie ins Beet kommt. Dazu geben wir sie in unseren Kompost und lassen sie dort mitreifen. Das hat den positiven Effekt, dass auch der Kompost besser wird, weil weniger Nährstoffe ausgewaschen und auch Gase gebunden werden, die im Kompost entstehen. Das optimale Verhältnis ist dabei ein Teil Pflanzenkohle auf zehn Teile Kompost. Den fertigen Kompost mischen wir dann erneut im Verhältnis eins zu zehn in die Erde in unseren Beeten.

Was du für die Pyrolyse brauchst:

Einen Pyrolyseofen, auch „Kon-Tiki“ genannt (der Name stammt übrigens von einem südamerikanischen Feuergott). Pyrolyseöfen bestehen meist aus einem konisch zulaufenden Behälter, der nach oben offen ist. Die Verbrennung der Gase findet in der obersten Schicht statt. Wer keinen Behälter hat, kann auch ein Erdloch in der entsprechenden Form graben.

Funktionsprinzip des Pyrolyseofens

SJ Pyrolyseofen Schema 1

Und so gehst du vor:

Du willst es ganz genau wissen?

Dann lade dir hier die Handreichung herunter: