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Warum rät das Umweltbundesamt von der privaten Herstellung von Pflanzenkohle ab?

Aktuell gibt es einige Verunsicherung unter Pflanzenkohle herstellenden Organisationen und Menschen, weil das Umweltbundesamt explizit von der Herstellung von Pflanzenkohle in Kleinanlagen abrät. Wir haben die Empfehlung des UBA geprüft und festgestellt, dass sie ohne Belege auskommt und auch keinen Autor für die teilweise sehr unplausiblen Thesen benennt. Dazu findet ihr unten unsere Stellungnahme zum Artikel des UBA.

Darf ich Pflanzenkohle nicht selbst herstellen

Boden besser machen

Hitzerekorde, Dürre, Waldbrände – Die Klimaerhitzung lässt sich nicht mehr leugnen. Uns bleibt wenig Zeit, um diese Entwicklung noch zu bremsen. Eine vom Weltklimarat empfohlene Möglichkeit ist das Binden von Kohlenstoff als Pyrolysekohle im Boden. Damit lässt sich der Boden „verbessern“, CO2 aus der Atmosphäre einfangen und sogar Geld sparen. Im Projekt „Boden gut machen“ wenden wir diese Erkenntnisse praktisch an.

* KARBONARA steht für Karbonbindung aus regenerativen Abfällen.

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Diese Website ist durch die freundliche Unterstützung der Heidehof Stiftung entstanden.

Kurzinfo Pflanzenkohle/Pyrolyse

Als Pyrolyse bezeichnet man es, wenn organische Verbindungen bei hohen Temperaturen und weitgehend unter Ausschluss von Sauerstoff gespalten werden. Durch den Sauerstoffmangel wird eine vollständige Verbrennung verhindert. Eines der Produkte, die bei einer langsamen Pyrolyse entstehen, ist Pflanzenkohle. Diese Pflanzenkohle besteht fast vollständig aus Kohlenstoff und eignet sich hervorragend zur Bodenverbesserung. Die Technik der Pflanzenkohleherstellung ist schon seit tausenden Jahren bekannt. Im Amazonasgebiet ist Pflanzenkohle sogar dafür verantwortlich, dass sich eine große Bevölkerung in einem verhältnismäßig nährstoffarmen Gebiet entwickeln konnte.

Terra Preta ist portugiesisch und bedeutet: "Schwarze Erde".

In einer Hand voll Pflanzenkohle sind ungefähr 300 Gramm Kohlenstoff gebunden.

Diese 300 Gramm entsprechen rund 1080 Gramm CO2.

Fakten

1 qm

So groß ist die Oberfläche von einem Gramm Pflanzenkohle. Fast so groß wie ein Basketballfeld.

1 %

Pflanzenkohle besteht fast vollständig aus Kohlenstoff. Üblich sind Werte von 80-90%.

1 °C

So heiß wird es in einem Pyrolyseofen. Auch Temperaturen von über 800 Grad sind nicht ungewöhnlich.

geschwungener Pfeil grau

CO2-Einsparung berechnen

Wieviel CO2 kann ich mithilfe der Pyrolyse einsparen? Das lässt sich nicht exakt, aber zumindest grob einschätzen. Entscheidend für die Ausbeute an Pflanzenkohle ist, wie viel Kohlenstoff das Holz enthält. Staudenschnitt enthält eher wenig Kohlenstoff, Stammholz sehr viel (bis zu 50 Prozent). Belegt ist, dass durch Pyrolyse rund 40-50% des Kohlenstoffs aus dem Holz in der Kohle gebunden werden können. Die Kohle enthält dann bis zu 90% Kohlenstoff.

Realistisch lässt sich schätzen, dass mit einem Kilogramm Trockensubstanz Holz, das pyrolysiert wird, etwa 620 Gramm CO2 gebunden werden können (Quelle: Abschlussbericht Terra BoGa, S.30).

Je nach Holzart entspricht ein Kilogramm Holz etwa 2 Liter Holz. Das bedeutet, mit 100 Liter Holz (fest gestapelt und trocken) könnten bis zu: 50 Kg x 0,62 Kg = 31 Kg CO2 gebunden werden.

LINK ZUR STUDIE „Abschlussbericht Terra BoGa“

Und so wird's gemacht:

Holz pyrolysieren

Mit Wasser ablöschen

Kohle ernten und zerkleinern

In den Kompost einarbeiten 1:10

Pflanzenkohlekompost Ins Beet einbringen 1:10

Testimonials / Zitate

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Sabine Müller, Gartenfachberaterin, Lübeck

Mit dem Herstellen von Pflanzenkohle sparen wir als Verein Geld bei der Entsorgung von Gehölzschnitt, fördern das Vereinsleben und gewinnen ein tolles Substrat für unsere Beete.

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Stephan Grote, Hauptamtlicher Fachberater im Landesverband Westfalen und Lippe der Kleingärtner e.V.

In unserem Lehr- und Lerngarten stellen wir Pflanzenkohle her, kompostieren sie und speichern dadurch Kohlenstoff langfristig im Boden. Damit zeigen wir das Schließen von Kreislaufsystemen im Garten. Deutlich wird auch, wie der Boden durch den Pflanzenkohlekompost in seiner Qualität und Vitalität verbessert wird.

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Tomas Kilousek, Bildungsreferent bei der Schreberjugend, Bundesverband.

In mehr als 10 Seminaren konnten wir etwa 150 Gartenaktive mit der Technik der Pflanzenverkohlung vertraut machen. Die Resonanz war überwältigend positiv!

0 +
Pyrolyseöfen im Einsatz
0 +
Workshops durchgeführt
1 +
Menschen direkt erreicht
> 0
kg CO2 gebunden

Projekt Karbonara

KARBONARA ist ein sehr praktisch angelegtes Projekt. Über Multiplikatorenschulungen versuchen wir, möglichst vielen Menschen das Prinzip der Pyrolyse zu vermitteln und ihr Potenzial für eine Kreislaufwirtschaft im Garten aufzuzeigen.

Hier findest du unsere Pyrolysestandorte

Unsere Kooperationen, Partner & Förderer

Alles zum Thema Pflanzenkohle:

Über Pflanzenkohle

Was ist eigentlich Pflanzenkohle? Was sind ihre Eigenschaften und woher stammt das Prinzip?

Warum Pflanzenkohle

Es gibt viele Gründe, um Pflanzenkohle anzuwenden. Hier erfährst du sie (fast) alle.

Selbst herstellen

Praktisch. Pflanzenkohle kann jede*r selbst herstellen. Ob mit Profigerät oder Eigenbau.

Studien

Zu Pflanzenkohle gibt es tausende wissenschaftliche Arbeiten. Ein paar findest du hier.